JUVE Umsätze Steuern: Licht und Schatten

Willkommen auf JUVE plus – Market Intelligence, dem neuen interaktiven Benchmarking-Tool von JUVE.

Die Auftragsbücher sind voll, die Umsätze steigen: Auf den ersten Blick geht es dem Steuermarkt blendend. Doch ein näherer Blick auf die Zahlen ist beunruhigend. Vor allem mittelständischen Einheiten sollte die Entwicklung zu denken geben, wie eine exklusive Auswertung der 30 umsatzstärksten Steuerberatungsgesellschaften von JUVE Steuermarkt zeigt.

Um durchschnittlich 6 Prozent sind die Umsätze der 30 umsatzstärksten Steuerberatungseinheiten im vergangenen Jahr gestiegen – das klingt auf den ersten Blick erstmal gut. Insgesamt haben die 30 umsatzstärksten Steuereinheiten hierzulande im vergangenen Geschäftsjahr rund 3,25 Milliarden Euro erwirtschaftet. Nach Adam Riese entfallen auf jede Gesellschaft im Schnitt also etwas mehr als 100 Millionen Euro. Treiber waren neben den oft unübersichtlichen steuerlichen Regelungen der Corona-Hilfen ein aufgeputschter M&A-Markt sowie zunehmende Regulierung durch den Gesetzgeber.

Vorjahresvergleich der Umsätze

Doch nur wenige Einheiten kommen tatsächlich auf diesen Wert. Das Gros liegt entweder sehr weit darunter, ein kleinerer Teil – mehr oder weniger – weit darüber. Denn die Konzentration im Markt nimmt weiter zu. So haben allein die Top 10 mit knapp 2,6 Milliarden Euro fast 80 Prozent der Gesamtsumme erwirtschaftet. Und sie lassen die Plätze 11 bis 30 immer weiter hinter sich. Die Big Four dominieren den Steuermarkt nach wie vor – jedenfalls, wenn man sich die nackten Zahlen ansieht. Kumuliert kamen sie auf einem Umsatz von etwas mehr als 1,8 Milliarden Euro. Mehr als jeder zweite Euro der 30 umsatzstärksten Gesellschaften wird demnach von den Big-Four-Gesellschaften erwirtschaftet. Branchenprimus bleibt dabei Ernst & Young mit einem Steuerumsatz von 668 Millionen Euro, auf dem 30. Platz landet die vor allem in Bremen renommierte Fides Treuhand mit 16,3 Millionen Euro.

Und obwohl rund zwei Drittel der Einheiten beim Umsatz zulegten, sind Umsatz pro Berufsträger (UBT) und Umsatz pro Mitarbeiter (UMA) bei mehr als der Hälfte der 30 umsatzstärksten Steuerberatungseinheiten zuletzt zurückgegangen. Diese Entwicklung ist relativ einfach zu erklären: Viele mittelständische Einheiten sind in der jüngeren Vergangenheit anorganisch mit Büros gewachsen, die sehr viel Deklarationsgeschäft haben – was zu Lasten der Produktivität geht.

Entwicklung Umsatz pro Berufsträger

Jedoch drohen diese insgesamt den Anschluss an die Top-Einheiten in Deutschland zu verlieren. Die Schere geht immer weiter auseinander. (Catrin Behlau, Ludger Steckelbach)

Unser bewährtes Benchmarking-Tool bietet fundiert recherchierte Umsatzzahlen, Daten und Fakten – das Ergebnis zahlloser Interviews und Umfragen mit jährlich mehreren Tausend Teilnehmern. Daneben gibt es detaillierte Analysen in gewohnt hoher JUVE-Qualität. JUVE plus ist interaktiv und passt sich Ihren Wünschen an.